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Projektbeschreibung Kurzbeschreibung Anlaß Zielsetzung Zielgruppen Erfahrungsaustausch, Situationsanlyse, Sprachkompetenz Ermittlung von Handlungsoptionen Handlungsprogramm regionaler ÖPNV Evaluation und Fortschreibung Im Rahmen der Diskussion über eine Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Region Sønderjylland-Schleswig wurde im Regionalrat und im regionalen Ausschuss für Planung und Infrastruktur die Frage einer Weiterentwicklung des grenzüberschreitenden ÖPNV thematisiert.
Im Zusammenhang mit der Erörterung einer notwendigen Verbesserung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs stellt sich danach die Aufgabe, das grenzüberschreitende Busverkehrsangebot auf Verbesserungsmöglichkeiten hin zu untersuchen und entsprechende Chancen systematisch zu nutzen. Ziel des Projektes ist es, die derzeit sehr unterschiedlichen Systeme beiderseits der Grenze zueinander kompatibel zu machen, um die Entwicklung eines grenzüberschreitenden Nahverkehrsplanes sowie die Implementierung von zusätzlichen Schnellbuslinien in der Region.
Im Rahmen der Diskussion über eine Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Region Sønderjylland-Schleswig wurde im Regionalrat und im regionalen Ausschuss für Planung und Infrastruktur die Frage einer Weiterentwicklung des grenzüberschreitenden ÖPNV thematisiert. Es findet derzeit in einigen Bereichen lediglich ansatzweise grenzüberschreitender ÖPNV statt. Die jetzige Linienführung erfordert grundsätzlich ein Umsteigen in direkter Nähe der Grenze, wenn weiter entfernte Ziele erreicht werden sollen. Sowohl für die Fahrgäste als auch für die Aufgabenträger und die Busunternehmen beiderseits der Grenze bestehen noch Hindernisse im Bereich des grenzüberschreitenden Busverkehrs. In der Studie: „Case Study No. 4“ des Projektes CONPASS „Better Connections in European Passenger Transport“ wurden bereits einige Problembereiche aufgezeigt. Im Zusammenhang mit der Erörterung einer notwendigen Verbesserung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs stellt sich danach also auch die Aufgabe, das grenzüberschreitende öffentliche Busverkehrsangebot auf Verbesserungsmöglichkeiten hin zu untersuchen und entsprechende Chancen systematisch zu nutzen. Für die Verkehrsunternehmen bestehen trotz wegfallender rechtlicher Einschränkungen die größten Probleme in den unterschiedlichen ÖPNV Systemen der beiden Länder. Neben einer Intensivierung des Erfahrungsaustausches zwischen den Akteuren ist zur Schaffung grenzüberschreitender Strukturen zunächst eine Adaption der Organisationsstrukturen erforderlich. Für die Fahrgäste stellen die unterschiedlichen und unzureichend aufeinander abgestimmten Fahrpläne sowie die Tarifstruktur, Informationsdefizite, Sprache und Umsteigenotwendigkeit die größten Barrieren dar. Beiderseits der Grenze gelten unterschiedliche Fahrpläne, welche zudem noch zu unterschiedlichen Zeiten geändert werden (dänische Seite letzte Woche im Juni, deutsche Seite 15.12 des Jahres). Im Rahmen des Projektes sind diese Barrieren zu beseitigen, um eine bessere Durchgängigkeit des grenzüberschreitenden Busverkehrs gewährleisten zu können. In den Bereichen Fahrplanauskunft und durchgehende Tarifierung wird ebenfalls Handlungsbedarf gesehen. Vorrangiges Ziel ist eine optimale Vernetzung und Vermarktung des grenzüberschreitenden ÖPNV-Angebotes zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine grenzüberschreitende Arbeitsaufnahme, zur Inanspruchnahme grenzüberschreitender Dienstleistungen, zur Nutzung grenzüberschreitender Kulturangebote, zur Erschließung der touristischen Angebote beiderseits der Grenze sowie zur Erleichterung grenzüberschreitender persönlicher Kontakte. Weiterhin sollen durch eine Verbesserung der ÖPNV Verbindung zwischen den Hochschulen in Flensburg und Sonderburg auch die infrastrukturellen Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Studiengänge verbessert werden. Diese Zielsetzungen können auch eine Ausweitung unmittelbar grenzüberschreitender Verkehrsleistungen beinhalten soweit dieses wirtschaftlich vertretbar ist. Zielgruppe des Projektes ist die Bevölkerung der gesamten Region, insbesondere die Arbeits- und Ausbildungspendler sowie die Studierenden. Gleichzeitig kann auch ein hoher Nutzen für den Freizeitverkehr erwartet werden. Neben positiven Effekten für die Einwohner des Region kann auch eine Attraktivitätssteigerung für Touristen und Besucher der Region erwartet werden. Durch die Zusammenarbeit der Aufgabenträger innerhalb der Arbeitsgruppe werden die Kommunikation und der Erfahrungsaustausch zwischen den Aufgabenträgern nachhaltig gestärkt. Weiterhin wird auch das Wissen um die unterschiedlichen ÖPNV-Systeme verbessert sowie eine bessere Koordinierung der unterschiedlichen Planungssysteme gefördert. Die Einbeziehung der Verkehrsunternehmen in der Umsetzungsphase verbessert auch mit diesen Partnern die grenzüberschreitende Kommunikation. Hierdurch wird ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch sowie eine nachhaltige Verbesserung der Zusammenarbeit gewährleistet. Im Rahmen einer Lenkungsgruppe sollen die bestehenden Angebots- und Nachfragestrukturen in der Region zu erfasst und bewertet werden. Die Lenkungsgruppe, welche durch jeweils einen Vertreter der Kreise Nordriesland und Schleswig-Flensburg, der LVS, der Stadt Flensburg und Sydbus als Aufgabenträger gebildet wird soll einmal monatlich tagen. Hierbei sind insbesondere die derzeit sehr unterschiedlichen Strukturen bezogen auf Produkte, Fahrgastinformationssysteme, Tarife, Marketing, Liniennetz und Fahrpläne zu untersuchen. Als Ziel der Untersuchung sollen auf Basis der vorliegenden und aktuell fortzuschreibenden Nahverkehrspläne sowie vorliegender Studien zum Nahverkehr in Grenzregionen auf europäischer Ebene die Marktbedingungen und Wirkungsmechanismen in den unterschiedlichen Teilräumen der Region transparent gemacht werden. Gleichzeitig sind die bestehenden Planungsziele auf ihre Kongruenz zu prüfen und Zielkonflikte abzubauen. In Auseinandersetzung mit dem jeweils anderen ÖPNV- System werden in dieser Phase abschließend interne Optimierungschancen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und der Effektivität abgeleitet. Allgemeine Akzeptanz und einfache Durchführbarkeit vorausgesetzt, kann bereits jetzt das bereits durch den Regionalrat angeregte Pilotprojekt einer Schnellbusverbindung Husum-Flensburg-Sonderburg sowie ggf. Apenrade, vorbereitet und umgesetzt werden. Als Voraussetzung für einen nachhaltigen Kooperationsprozess sollen die am Projekt Beteiligten parallel zur fachlichen Arbeit in ihrer Sprachkompetenz geschult werden, wobei besonderer Wert auf das Erlernen von Fachterminologie gelegt werden soll. In der zweiten Projektphase geht es um die Bestimmung von Handlungsmöglichkeiten zur besseren grenzüberschreitenden Verknüpfung der ÖPNV-Systeme, insbesondere in den Bereichen Liniennetz, Fahrplan, Tarif, Information und Marketing sowie in der Produktentwicklung. Letzteres beinhaltet beispielsweise die Fragestellung ob, wo und wie der Einsatz grenzüberschreitender Buslinien zielführend gestaltet werden kann. Mit Hilfe gutachtlicher Beratung und unter Beteiligung der Öffentlichkeit sollen Maßnahmenvorschläge erarbeitet und nutzwertanalytisch bewertet werden. Dabei werden auch, soweit erforderlich, die in der Region tätigen Verkehrsunternehmen unmittelbar einbezogen. In den zuständigen Gremien erfolgt dann die Entscheidung über die Durchführung der Maßnahmen. Als Ergebnis der Entscheidungen der regionalen Gremien liegt in dieser Projektphase ein grenzüberschreitender Nahverkehrsplan vor, der vorbehaltlich konkreter Finanzierungsentscheidungen der Gremien der Aufgabenträger im Bezug auf einzelne Maßnahmen (Liniennetz, Fahrplan, Tarif, Information, Marketing, Produkte etc.) umgesetzt wird. Im Rahmen der Umsetzung wird es erforderlich, basierend auf den Erkenntnissen des grenzüberschreitenden Nahverkehrsplanes, die Infrastruktur den neuen Gegebenheiten anzupassen und hierbei insbesondere die Fahrgastinformation zu verbessern. Angedacht sind elektronische Fahrgastinformationssysteme an wichtigen Knoten- bzw. Endpunkten sowie die Neueinrichtungen von Haltestellen. Eine endgültige Festlegung der durchzuführenden Maßnahmen erfolgt nach Abschluss der Bedarfsanalyse. Nach der Umsetzungsphase sind die erfolgten Aktivitäten einer Evaluation zu unterziehen, um den jeweiligen Projekterfolg zu prüfen und Voraussetzungen für die Entscheidung über ihre Weiterführung zu schaffen. Kundenakzeptanz, Wirtschaftlichkeit und Abbauwirkung der grenzbedingten Barrieren bilden hierfür den Bewertungsmaßstab. Soweit wesentliche Elemente des „grenzüberschreitenden Nahverkehrsplanes“ fortgeführt werden, bietet sich eine volle Integration in die Planungsverfahren beiderseits der Grenze an. |
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